Zu Besuch beim „Ilias“-Spezialisten Raoul Schrott

Im Deutschunterricht behandeln wir zur Zeit die griechische Mythologie. Am Sonntag, 22. Januar 2012 besuchte unsere Abteilung deshalb eine Lesung von Raoul Schrott. In der idyllischen Villa Blumenhalde in Aarau, wo das Zentrum für Demokratie beheimatet ist, las der bekannte österreichische Autor aus seiner neuen Ilias-Übersetzung.

Schrott brachte uns auf humorvolle Weise seine neu übersetzte Fassung der Ilias näher. Seine sympathische Art und sein grosses Wissen über die griechische Sprache und die antike Mythologie faszinierten uns.

Die Lesung war ein toller Einstieg in unser Thema und wird uns allen in guter Erinnerung bleiben.

Geschrieben von Pamela und Bettina

Begegnung mit dem Schweizer Autor Urs Richle

Am ersten Literaturtag der Kantonsschule Wohlen stellte uns Urs Richle seinen neusten Roman „Das taube Herz“ vor. Während mehr als einer Stunde diskutierte die Klasse angeregt mit ihm über sein Buch. Es war eine interessante Erfahrung, Genaueres über das Schreiben und über das Leben eines Autors zu erfahren. So erstaunte uns zum Beispiel die Tatsache, dass Autoren nur gerade 10% des Gewinns erhalten, den ihr Buch auf dem Markt einbringt.

Urs Richles neuer Roman „Das taube Herz“ handelt vom genialen Uhrmachergesellen Jean-Louis, der im Auftrag seines Meisters verschiedene Uhren namhafter Uhrmacher fälscht. Damit weckt er die Aufmerksamkeit eines ehrgeizigen Pariser Orgelbauers, der sich mit Automaten am französischen Hofe beschäftigt. Nun möchte er den berühmten Schachautomaten des Baron von Kempelen mit einem neuen, noch besseren Automaten besiegen.

Als Jean-Louis vom Orgelbauer entführt wird, da er für ihn diesen Schachautomaten bauen soll, trifft er im Kerker auf die verwilderte Ana. Sie soll der Kopf und die Seele der neuen Maschine werden. Nach langer Gefangenschaft gelingt es den beiden jungen Leuten, dem Orgelbauer und seinen Intrigen zu entkommen. Doch bald darauf verschwindet Ana auf mysteriöse Weise und Jean-Louis versucht verzweifelt, sie wiederzufinden.

Die Idee für den Roman hatte Urs Richle bereits im Jahr 2003, als er noch mitten in seinem Ingenieur-Studium steckte. Im Sommer 2006 begann er zu recherchieren und zu schreiben. Nach Jahren intensiver Arbeit lag im Januar 2010 die druckfertige Fassung vor. Zur Zeit plant Urs Richle bereits seinen nächsten Roman.

Wie viele Jugendliche in unserem Alter hatte auch Urs Richle in der Mittelschule keine Beziehung zur Literatur. Zur Frage, ob er die Literatur schon in jungen Jahren schätzte, meinte er: „Das war einfach nicht die Kultur unserer Familie.” Als er aber im Deutschunterricht Kurzgeschichten von Kafka las, löste sich bei ihm der Knoten.

Urs Richle schreibt meistens morgens früh in seinem Büro, da dies der einzige Zeitpunkt ist, an dem er frei von anderen Verpflichtungen ist. Noch lieber aber schreibt er im Sommer bei Sonnenaufgang auf dem Balkon seines Hauses.

Urs Richle wurde 1965 geboren, er ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Von 1989 bis 1992 wohnte er in Berlin, seit 1993 lebt er als freier Schriftsteller in Genf. Er studierte zuerst Soziologie und Philosophie, änderte später jedoch die Studienrichtung. Seit Mai 2006 arbeitet er als Ingenieur im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte an der Universität in Genf. Seit Oktober 2007 ist er zudem als Dozent am Schweizerischen Literaturinstitut der Hochschule der Künste in Bern tätig.

Text: Fabrice, Noé & Justine

Umfrage zum Literaturtag an der Kantonsschule Wohlen

Am 26. Januar 2011 fand an der Kanti Wohlen der erste Literaturtag statt, den die Lehrpersonen der Fachschaft Deutsch lanciert hatten. Ein abwechslungsreiches und informatives Programm wurde gestaltet: Begrüssungsperformance mit der Spoken-Word-Künstlerin Nora Gomringer, Begegnungen mit bekannten Autorinnen und Autoren, Podiumsgespräche mit Literaturexperten, Workshops und ein Poetry-Slam-Finale, das Kilian Ziegler redegewandt moderierte. Zahlreiche Spezialisten der Literaturszene waren zu Gast.

Wir haben einige zufällig ausgewählte Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse über diesen Thementag befragt.

Zur Frage, wie der Literaturtag gefallen habe, fielen die Antworten vorwiegend positiv aus. Gefallen haben vor allem die verschiedenen Begegnungen mit den Autorinnen und Autoren, das persönliche Gespräch empfanden fast alle als erfrischende Abwechslung zum Schulalltag. Einen anderen Grund nannte A.B: „Der Autor war sehr hübsch!“

Bei den beiden Podiumsgesprächen vermissten die meisten Schüler/innen die Spannung, zudem machte das lange Zuhören einigen etwas Mühe. Die Workshops behandelten sehr unterschiedliche Themen. Entsprechend vielfältig waren die Meinungen dazu. Mit Abstand am besten gefiel aber das Poetry-Slam-Finale, für viele Schüler war es das Highlight des Tages.

Wir hörten auch einige Ideen zur Verbesserung des Literaturtags. Einige der Befragten regten an, dass man die Schüler/innen noch mehr einbeziehen sollte. Andere wiederum fanden die Workshops oder die Blöcke zu lange. Ein weiterer Vorschlag war, auf die Podiumsgespräche zu verzichten. Auch konnte leider nicht vermieden werden, dass in einigen Gruppen Schüler wie S.B. bei der Begegnung und im Workshop denselben Autor trafen.

Auf die Frage, was den Schüler/innen Literatur bedeute, lautete die Antwort einhellig, Literatur sei interessant und abwechslungsreich. Ein Anonymus sagte: „Literatur ist eine gute Sache, sie ist wichtig, ja unverzichtbar, und Literatur ist unterhaltsam. Viele mögen die Literatur auch, weil sie gerne lesen. Y.B meinte: „Literatur bildet und ist Teil der Freizeitgestaltung.“

Schliesslich wollten wir wissen, ob der Literaturtag wiederholt werden sollte. Jemand meinte: „Der Literaturtag 2011 war ein einmaliges Erlebnis und kann deshalb nicht wiederholt werden.“ Die meisten der von uns befragten Schüler/innen fanden, dass es wieder einmal einen Literaturtag geben sollte, vielleicht in zwei bis drei Jahren. Die Begründungen dazu waren sehr unterschiedlich und reichten von „besser als Schule“ oder „weil es abwechslungsreich ist“ bis zu „wegen der Slams“.

Im Grossen und Ganzen kam der Literaturtag bei den Befragten gut an.

Befragung/Text: Pamela, Lea, Stefanie, Nathalie

Interview mit den Siegern des Poetry-Slam-Wettbewerbs

Nach dem Poetry-Slam-Wettbewerb der Kanti Wohlen, der am 26.1.11 anlässlich des Literaturtags stattfand, haben wir die drei Sieger des grossen Finals interviewt.

Interview mit Mischa Wirth (Platz 1)

Zuerst möchten wir dir zu deinem Sieg gratulieren. Uns würde interessieren, wie du auf deinen humorvollen Text über Raucher gekommen bist.
Es war eigentlich ein ganz spontaner Einfall, den ich dann niedergeschrieben habe.

Wie hast du dich auf der Bühne vor der gesamten Schule gefühlt?
Ich war nicht speziell nervös oder glücklich. Mein Gefühl auf der Bühne war eigentlich völlig neutral.

Wie fandest du den Workshop mit Kilian Ziegler, bei dem ihr euch auf das Finale vorbereitet habt?
Kilian war ein „voll easy Typ“, er war auch ziemlich lustig. Allerdings hat er seine Witze oft wiederholt.

Welcher Finaltext gefiel dir am besten?
Inhaltlich fand ich Milena Bärtschis Text den besten von allen.

Möchtest du deine Poetry-Slam-Karriere weiterverfolgen?
Ich bin mir noch unsicher, aber ich überlege es mir noch.

Interview mit Noé Luisoni (Platz 2)

Herzliche Gratulation zum 2. Platz! Uns würde interessieren, wie du auf deinen Text über den homosexuellen Passagier im Zug gekommen bist.
Ich war mit meinem Vater im Zug. Er sass vor mir und als ich ihn eine Weile lang betrachtete, kam mir die Idee, ich könnte über eine Person schreiben, die mir im Zug gegenübersitzt. Im Laufe der Zeit kamen mir immer mehr Ideen zum Text in den Sinn und irgendwann ergab sich, dass mein fiktionales Gegenüber homosexuell ist.

Wie hast du dich auf der Bühne vor der gesamten Schule gefühlt?
Es war ein grossartiges Gefühl. Ich war schon ziemlich nervös, doch es war eine gute Erfahrung.

Wie fandest du den Workshop mit Kilian Ziegler, bei dem ihr euch auf das Finale vorbereitet habt?
Ich fand den Workshop spannend. Ich hörte zwar nicht viel Neues, aber einige Sachen, die er sagte, waren ziemlich interessant.

Welcher Finaltext gefiel dir am besten?
Ich fand den Poetry Slam von Mischa Wirth und Salomé Eugster gut.

Möchtest du deine Poetry-Slam-Karriere weiterverfolgen?
Ich wüsste nicht wo, aber es würde mir sicher nichts ausmachen, wieder einmal mit einem selbst geschriebenen Text aufzutreten.

Interview mit David Di Santo (Platz 3)

Zuerst möchten wir dir zum dritten Platz gratulieren. Uns würde interessieren wie du auf deinen lustigen Text mit dem Spiegel gekommen bist.
Ich hatte eigentlich den Termin für die erste Vorführung der Poetry Slam-Texte vor der Klasse vergessen, aber im letzten Moment ist er mir noch eingefallen und dann habe ich einfach einen Text geschrieben. Ich hätte nie erwartet, so erfolgreich zu sein.

Wie hast du dich auf der Bühne vor der gesamten Schule gefühlt?
Es war für mich eine interessante Erfahrung. Ich war schon ziemlich nervös, aber wenn ich ehrlich sein muss, war ich bei der Vorausscheidung nervöser als beim grossen Finale.

Wie fandest du den Workshop mit Kilian Ziegler, bei dem ihr euch auf das Finale vorbereitet habt?
Kilian ist ein „super Typ“ und es hat sehr viel Spass gemacht, mit ihm diesen Workshop zu machen. Ich fand ihn auch sehr lustig.

Welcher Finaltext gefiel dir am besten?
Um ehrlich zu sein fand ich inhaltlich meinen Text den besten. Aber im Bezug auf das Sprachliche und die Interpretation fand ich Mischas Text den besten.

Möchtest du deine Poetry-Slam-Karriere weiterverfolgen?
Nein, überhaupt nicht. Ich war eigentlich nicht am Finale interessiert und es hat mich überrascht, dass mein Text beim Publikum so gut angekommen ist.

Interview: Erik, Sebastian, Stefano

Poetry-Slammer Phibi Reichling und Kilian Ziegler an der Kanti

Am Freitag, 10.12.2010 fand bei uns an der Kanti Wohlen etwas ganz Besonderes statt: Die zwei bekannten Poetry-Slammer Phibi Reichling  und Kilian Ziegler waren bei uns zu Gast. Die zwei Studenten vermittelten uns während einer Stunde auf lockere Art die Grundlagen des Poetry Slams. Sie trugen selbstgeschriebene Texte vor und gestalteten humorvoll einige Theorieblöcke.

Die Performance kam bei Schülern und Lehrpersonen sehr gut an und lieferte erste Anregungen für den schulinternen Poetry-Slam-Wettkampf. Dieser findet Ende Januar  anlässlich des ersten Literaturtags an der Kanti Wohlen

statt.  Dort treten die besten Slammer aller Klassen in einem grossen Final gegeneinander an. Der Gewinner des “Kanti-Slams” darf 2011 an den Aargauer Meisterschaften teilnehmen.

Von Sebastian und Erik

Meinungen zum letzten Tag des Klassenlagers

Noé: Das Aufräumen in der Jugendherberge war nur halb so schlimm wie erwartet. Die restliche Zeit, die wir mit Tischtennisspielen verbrachten, fand ich sehr unterhaltsam.

Rebecca: Der Besuch im Kunsthaus Zürich war sehr interessant. Die Führung war sehr spannend gestaltet.

Silas: Ich schätzte es sehr, dass uns nach dem Aufräumen noch Zeit blieb, um ein wenig Tischtennis zu spielen. Auch die freie Zeit nach dem Museumsbesuch konnten wir selber gestalten, was ich persönlich sehr genossen habe.

Stimmen zum Kunsthausbesuch

Was hat dir am heutigen Tag am besten gefallen und weshalb?
Justine: Der Besuch im Museum war sehr interessant. Ich habe viel Neues gelernt.

Bettina: Der ganze Tag war ein gelungener Tag. Aber am besten fand ich es im Museum.

Sebastian: Die Führung im Museum empfand ich als sehr interessant, weil mir ein tiefer Einblick in die Kunst vermittelt wurde.

Fandest du es gut, dass wir eine Führung hatten oder hättest du dich lieber selber umgeschaut?
Justine: Ich fand es besser, dass wir eine Führung gemacht haben, ansonsten hätte ich wahrscheinlich vieles übersehen.

Bettina: Ich fand es gut, dass wir von Herrn Weber im Museum herumgeführt wurden, weil ich sonst nicht so intensiv hingeschaut hätte.

Sebastian: Ich fand es gut, weil wir durch die Erklärungen des Kunstvermittlers Hr. Weber die Hinter- und Beweggründe der Maler und Bilder erfuhren und nun so die einzelnen Kunstepochen nachvollziehen können.

Welches Bild gefiel dir am meisten?
Justine: Das „Obstporträt“ (Stilleben) hat mir am besten gefallen, weil eine Zitrone abgebildet war (lacht).

Bettina:  Das grosse, weisse Bild, das hat mich so beeindruckt, obwohl es gar nichts Spezielles zu sehen gab.

Sebastian: Mir gefielen die alten Altarbilder am besten, weil da am meisten konkrete Absichten dahinter stehen und sie dank allgemeingültigen Symbolen am einfachsten und sichersten zu deuten sind.

Highlight des Tages: Kunstführung

Das heutige Highlight war ganz klar die Bildbetrachtungsführung mit Dr. Hans Ruedi Weber durch die Sammlung im Kunsthaus Zürich. Es war der letzte Tag des Klassenlagers und wir waren alle ein bisschen müde. Trotzdem freuten wir uns alle auf eine spannende und interessante Führung. Besonders toll fand ich das angeblich weisse, grosse Bild, das jedoch, je nachdem an welcher Stelle man stand, sofort graue Schattierungen aufwies. Am besten gefiel mir aber das Gemälde der Gotthardpost von Rudolf Koller. Zum Schluss des Besuchs erklärte uns Herr Weber: „In der Kunst gibt es weder richtig noch falsch“.

Eine private Führung durch das Kunsthaus Zürich

Nachdem die Jugi geräumt war und wir eine Feedbackrunde zum Klassenlager durchgeführt hatten, machten wir uns auf den Heimweg. Aber auch heute war noch ein besonderer Tagesausflug geplant: ein Besuch im Kunsthaus Zürich. Dort erwartete uns Herr Dr. Hans Ruedi Weber, der Chef der Kunstvermittlung. Er bot uns eine einmalige und anregende Führung und einen tieferen Einblick in die verschiedenen Epochen der Kunstgeschichte. Auch wenn uns nicht jede Art von Kunst gefiel, war doch für jeden Geschmack etwas dabei. Danach liessen wir den Tag gemütlich bei einem Kaffe oder Gebäck im Starbucks ausklingen.